Mit Herz und Bauchgefühl

    SEIFENMANUFAKTUR AROSA – Beat Urech lebt seine Leidenschaft – Seifen herzustellen – in seinem Familienbetrieb mit Herz und Seele. Dabei lässt er sich von der Bündner Natur inspirieren und achtet auf biologische und fair gehandelte Grundstoffe und auf eine schonende Verarbeitung. Seine Naturprodukte entsprechen dem aktuellen Zeitgeist und sind auf Erfolgskurs.

    (Bilder: zVg) Klein, fein und nachhaltig: Die Seifenmanufaktur in Arosa trifft mit ihren nachhaltigen Naturprodukten den Nerv der Zeit.

    Bald ist Weihnachten und deshalb auch höchste Zeit, die Weihnachtsgeschenke für die Liebsten zu organisieren. Benötigen Sie ein nachhaltiges, schönes, ästhetisches, wohlriechendes und erst noch in der Schweiz handgemachtes Geschenk – dann liegen Sie mit einer Seife des Seifenmachers aus Arosa genau richtig. Mit den All in One Seifen vom Seifenmacher alias Beat Urech wird die Haut schon beim Waschen gepflegt und man bekommt ein seidenweiches Hautgefühl und hat erst noch ein gutes Gewissen. Denn die Naturseifen des Bündners enthalten nur natürliche Rohstoffe. «Meine Seifen unterscheiden sich von herkömmlichen Seifen und Duschgels. In erster Linie ist dafür der handwerkliche Herstellungsprozess und die Kaltverseifung verantwortlich», erklärt er.

    Herstellungsprozess und Seifen sollen so nachhaltig und natürlich wie möglich sein. Deshalb verwendet er Kokos- und Sonnenblumenöl sowie Sheabutter und Kakaobutter. Diese Grundstoffe habe alle Nahrungsmittel-Qualität und stammen aus biologischer Landwirtschaft. Er stellt seine Seifen nach bestem Wissen und Gewissen her und verarbeitet deshalb auch entsprechende Rohstoffe. Die Öle bezieht er aus der Schweiz. Wichtig ist dem Seifensieder auch, dass seine Seifen palmölfrei und ohne Plastik sind. «Meine Seifen haben einen pH-Wert von 8,5 – dies wirkt sich positiv auf die Haut und den Säurehaushalt im Körper aus. «Kritische Kunden sind oft überrascht von der Wirkung der Naturseife, nicht selten werden sie ihre Hautprobleme los», so Urech. Wenn man ihn nach dem Unterschied zur Industrieseife fragt, streicht er das Handwerk und die schonende Verarbeitung der Rohstoffe hervor: «Durch die Kaltverseifung steigt die Temperatur nicht so hoch, die Wirkstoffe der Öle bleiben erhalten.» Und er erklärt weiter: «Industriell hergestellte Seifen beinhalten kein Glycerin mehr. Fehlt dieses, trocknet die Haut aus. Die Fette werden durch günstige Produkte ersetzt wie zum Beispiel Paraffin, diese wird aus Erdöl und Braunkohle gewonnen.»

    Er hat Beruf und Berufung vereint: Seifenmacher Beat Urech

    Auf das Wesentliche reduziert
    Das eigentliche Herstellen der Seifen in der Manufaktur in Arosa ist ein längerer Prozess in mehreren Schritten. «Seife entsteht aus der Reaktion von Laugen und Öl», so Urech. Die Grundstoffe werden innerhalb von vier Stunden flüssig verseift. Es braucht nach der Verseifung nochmals ein langer Prozess, bis die Seifenmasse für 750 Seifenstücke fest ist und mit der selbstentwickelten Seifenschneidewerden kann. In der Seifenmanufaktur in Arosa werden jährlich rund 70’000 Stück Seifen so hergestellt. Nach dem Stanzen des Logos werden die fertigen Seifen feinsäuberlich in schönen, mit seinem Logo gekennzeichneten Holzkisten zum Reifen gelagert. Mittlerweile ist der gelernte Drogist seit 15 Jahren als Seifenmacher tätig. Angefangen hatte alles mit einem prägenden Erlebnis nach einer NZZ-Format-Sendung über die Geschichte des Seifensieders der Wiener Traditionsunternehmen Stadlauer Seifensiederei. Darauf besuchte der Aroser den alten Inhaber Friedrich Weiss und kauft ein Stück Wie- ner Seife. «Von da an benutzte ich nie mehr etwas anderes zum Duschen als kalt gerührte Seife», lacht Urech. «Und für mich war klar, solche Seife will ich hier im Bündnerland auch herstellen.» Fünf Jahr lang stellte er seine Seifen in Mutters Küche her. 2021 richtete er sich eine Manufaktur ein und letztes Jahr vergösserte er diese um die halbe Fläche. In seinem Reich kann sich der Seifenmacher ganz seinem Produkt hingeben – mit Herz und Seele: «In meinen Seifen steckt sehr viel von mir selbst drin. Meine Geisteshaltung überträgt sich ins Produkt, davon bin ich überzeugt.» Seine Seifen sollen möglichst authentisch sein und seine Kundinnen und Kunden viel Wohlbefinden mit einem AHA-Effekt bescheren. Authentizität und Ästhetik ziehen ich wie ein roter Faden durch die Firmenphilosophie und sind auch Teil seines Erfolgsrezeptes. Dies sieht man nicht nur auf seiner Website, sondern auch bei seiner sorgfältig ausgewählten Verpackung: Die Seifenstücke sind in schlichten, stilvoll designten Kartonschachteln verpackt. Produkt und Verpackung passen perfekt – beide auf das Wesentliche reduziert – zusammen.

    Regionale Produkte sind gefragter denn je.

    Expandieren und noch bekannter werden
    Die Seifenmanufaktur ist ein Familienbetrieb. Wenn es ums Verpacken und die Buchhaltung geht, ist Urechs Mutter federführend und der Vater fungiert als technischer Berater, schneidet und stanzt die getrockneten Seifen. «Ich bin der Tüftler und Entwickler», schmunzelt Urech. Er sucht immer wieder neue Herausforderungen und experimentiert gerne. 18 Seifensorten sind in den letzten Jahren entstanden: Von Aroser Arve, Rose, Orange, Spice, Teebaumöl über Lemon Gras, Heu, Lavendel bis hin zur Schafmilch- und Kohleseife. Inspiieren lässt er sich durch die zauberhafte Bündner Natur und sein Bauchgefühl. Besonders mag er Spezialaufträge. Er beliefert mit seinen Seifen rund 100 Läden in der ganzen Schweiz, verkauft sie an Märkten und versendet sie welt- weit. Sogar das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA bestellt bei ihm Seifen. Seine Seifen sind begehrt und entsprechen dem nachhaltigen Zeitgeist, der dem Naturkosmetik-Markt einen grossen Schub verleiht. 2019 und 2020 konnte er den Umsatz jeweils mehr als verdoppeln. Ein Booster des Naturseifenmarkts ist auch die Pandemie – gerade was den Web Shop betrifft. «Unsere Online Bestellungen haben stark zugenommen», freut sich Urech, der weiter expandieren will. Dazu hat er 2020 umgebaut und noch zwei zusätzliche Mitarbeitende in der Produktion eingestellt. Für die Zukunft hat er noch ein paar Pläne in der Schublade. «Wir sind gut etabliert und finanziell gesund aufgestellt. Wir möchten mit unseren Produkten aber noch etwas sichtbarer werden.»

    Corinne Remund

    www.seifenmacher.ch